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Bericht 8 P-A-M-P-A (12.10.09 - 01.11.09)  

 

 

 

 

Die Argentinische Pampa lässt sich ziemlich einfach erklären: ein Straße oder eine Schotterpiste - meist geradeaus bis zum Horizont, ein paar Meter Grünstreifen daneben, es folgt ein kilometerlanger Zaun hinter dem sich manchmal mehr oder manchmal weniger Kühe befinden. Die letzte Zutat, die meistens auch den entscheidenen Auschlag für unsere Laune gibt: Wind.... Selten, aber für uns eine willkommende Abwechslung: Schlangen, Gürteltiere, Pferde, Schafe, bunte Vögel, Raubvögel, Flamingos und allerhand andere für uns nicht identifizierbare (meist plattgefahrene) Tiere. Dazu sind wir wohl auch immer eine wollkommende Abwechslung für die tausend LKW- und Busfahrer: Da wir gehupt, was das Zeug hält, gewunken und gegrüßt.

Wir haben Glück: ein Besitzer einer Estancia (Farm) zeigt uns mit seinem Jeep sein riesiges Gelände und erklärt uns einige Hintergründe zu seiner Arbeit.

Ein anderes Mal haben wir Pech: Das soll hier kein Kochbuch werden, aber nochmal die Zutatenschreibweise. Diesmal - Alles, was eine fast schlaflose Nacht perfekt macht: ein fieser aufdringlicher Farmbesitzer mit einem deutlich unterdurchschnittlichen IQ, der sich besäuft und Peter irgendwann seine ach so tolle deutsche Pistole schenken möchte. Peter lehnt natürlich ab (Was soll ich mit dem Ding?), was den fiesen Kerl richtig wütend macht. Es ist dunkel und abbauen wollen wir jetzt auch nicht mehr. Der Typ wirft uns vor, wir würden uns nur für Fahrräder interressieren, weil wir irgendwann keine Lust mehr haben zu sagen, wie toll Angela Merkel ist und blöd doch Frau Kirchner (Präsidentin von Argentinien) sei. Nachts kläffen pausenlos die Hunde und jagen um unser Zelt.

Dann haben wir wieder riesen Glück: Morgens beim Frühstück am Strand, hält neben uns ein Quad. Hernan bietet uns spontan sein Appartment an. Mit kompletter Küche, Meerblick, TV... Dazu kommt, dass wir zu seiner Familie schnell ein freundschaftliches Verhältniss aufbauen und wir einige gemeinsame Mittag- und Abendessen zusammen sitzen und (auf Spanisch!) quatschen.
Mit Hernans Quad heizen wir über den Strand. Ein anderes Mal fahre ich mit seinem Boot und seinen netten Arbeitern zum Hochseeangeln raus.
MUCHAS GRACIAS Hernan y Cecilia + Familia.
Nach 4 Tagen fällt uns der Abschied nicht leicht. Und natürlich geht es erstmal wieder in die Pampa. Der Starke Wind blässt uns manchmal von morgens bis abends ins Gesicht. Der Tacho zeigt armselige 10, 11 oder 12 KM/H an. Der Baum, den man am Horizont erspähen kann, zieht erst nach einer halben Stunde Schwerstabeit an uns vorbei...
Zum Zeitpunkt der Berichterstellung befinden wur uns in Bahia Blanca, von wo aus sich unser Weg weiter nach Süden fortsetzen wird. Das nächste größere Ziel heisst nun Peninsula Valdez (in ca.800km), eine Halbinsel, von der man viele Ausflüge und Walbeobachtungen unternehmen kann. Hoffentlich nach langer Zeit mal wieder ein Highlight! Dort werden wir dann auch neue Pläne für die weitere Route machen. Die rund 900 km lange, trostlose Strecke bis Feuerland werden wir wohl irgendwie mit dem LKW o.ä. überbrücken. Wir müssen sagen, dass die Pampa jetzt schon häufig die Stimmung trübt. Die schwierige, langweilige, und durch viel LKW Verkehr gefährliche Kilometerfresserei wird nicht mehr belohnt: weder durch schöne Städte, noch durch reizvolle Landschaften. Nur einige nette Menschen, wie die Familie von Hernan, verhelfen zu den positivsten Momenten der letzten 2 Wochen.

FAKTEN FAKTEN FAKTEN:

Nach 4 Monaten und über 5500 km im Sattel, hier ein paar Zahlenhighlights:

Die meisten Tageskilometer....
...fuhren wir bereits am 4. Tag unserer Reise zu Freunden nach Karlsruhe: 160 km

Die meisten Höhenmeter....
...fuhren wir in den Pyrinäen: 1580 Hm

Den höchsten Punkt....
....erreichten wir am gleichen Tag: 1836 Hm

Die höchste Durchschnittsgeschwindigkeit...
...erreichten wir in der Pampa auf einer 124km langen Tagesetappe mit Rückenwind: 24,2 Km/h

Die höchste Maximalgeschwindigkeit...
...erreichte Peter mit 74,5 Km/h während Anna bei 63,7 Km/h ihren Esel zügelte.

Die höchsten Temperaturen....
....waren über 40 C in Südfrankreich

Die niedrigste Maximalgeschwindigkeit...
...lag an einem Gegenwindtag in der Pampa bei 22 Km/h

     
 
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